Reise 2009 – Nord-Thailand

Auf den Spuren des Smaragd-Buddha und thailändischer Geschichte


Der Reiseverlauf

Mit großer Vorfreude starteten wir zu unserer Rundreise in das Land der ‚Freien‘. Wir suchten besonders Antworten auf folgende Fragen:

  • Wieso hält noch heute eine überwiegende Mehrheit an ihrer Treue zum König fest?
  • Wie kommt es, dass 95 % der Bevölkerung dem Buddhismus angehören und den Pha Keo (auch Phra Keo) als größtes Heiligtum verehren?
  • Wie konnte Siam bzw. Thailand seine Unabhängigkeit bewahren, während der Rest Südostasiens von den Kolonialmächten England und Frankreich beherrscht wurde?

Der Pha Keo oder Smaragd-Buddha war uns auf unseren Asien-Reisen schon zweimal begegnet. Als bedeutendstes Heiligtum der thailändischen Buddhisten hatte er mich schon immer besonders fasziniert.

Während unseres Aufenthalts in Bangkok im Jahre 2005 sahen wir ihn zum ersten Mal, und zwar im Grand Palace. Er sitzt in der Ordinationshalle des wahrhaft königlichen Tempels auf einem Thron, der nach traditionellem Stil aus Holz geschnitzt und vergoldet wurde. Die als heilig geltende Skulptur trägt stets ein der Jahreszeit entsprechendes Gewand (Sommer, Regenzeit, Winter), d.h. dreimal im Jahr wird in einer königlichen Zeremonie der Wechsel der Gewänder und Geschmeide von Mönchen vorgenommen.

Die Skulptur stellt den erleuchteten Buddha in meditierender Haltung dar und ist nur ca. 75 cm hoch. An der Stelle sei noch einmal erwähnt, dass der im Volksmund übliche Name irreführend ist, denn die Figur besteht nicht aus Smaragd sondern wurde aus einem Block von Nephrit-Jade gehauen. Im wahrsten Sinne zu Tage kam sie im Jahre 1434 nach einem Blitzschlag in die Stupa des Wat Phra Keo in Chiang Rai. Der damalige Abt des Klosters entdeckte an der stuckverzierten Skulptur einen Riss, wodurch grüner Stein schimmerte, den man zunächst für Smaragd hielt. Als man den Irrtum bemerkte, hatte sich der Name ‚Smaragd-Buddha‘ bereits eingeprägt.

Die zweite Begegnung mit seinen wechselnden Standorten hatten wir 2006 in Laos. Die Laoten sind der Meinung, dass er ohnehin eigentlich in ihr Land gehört. Sie haben sich aber inzwischen damit abgefunden, dass er in Thailand ein endgültiges Zuhause gefunden hat, wenn dies auch nicht auf freiwilliger Basis geschah. In Laos verblieb der Pha Keo zunächst in Luang Prabang und später in einem eigens für ihn erbauten königlichen Tempel, Ho Pha Keo‘ in Vientiane, und zwar für insgesamt 220 Jahre, bis 1778. Dann wurde er durch siamesische Truppen – Thailand hieß damals noch Siam – unter General Phraya Chakri, der als Rama I die noch heute in Thailand herrschende Chakri-Dynastie begründete, erobert und zunächst in die damalige Hauptstadt Thonburi gebracht, bevor er am 22. März 1784 in dem oben beschriebenen Wat Phra Keo im Großen Königspalast in Bangkok aufgestellt wurde. Rama I hatte nämlich unterdessen die Hauptstadt von Thonburi nach Bangkok verlegt. Inzwischen ist Thonburi ein Stadtteil von Bangkok geworden.


04. Februar 2009

Ankunft in Bangkok / Suvarnabhumi Airport.

Nach einem angenehmen Flug mit Thai Air TG 923 wurden wir von unserem thailändischen Reiseführer Surajit abgeholt und setzten unsere Reise per PKW in Richtung Ayutthaya, der 2. Hauptstadt des Königreiches fort.

Surajit möchte kurz ‚Nid‘ genannt werden. Auf der Fahrt nach Ayutthaya bemerken wir die zahlreichen Bildnisse des Königs und auch der Königin auf überlebensgroßen Plakatwänden am Straßenrand, den Ortseingängen und Plätzen. Mal ist der König in Gala-Uniform bei offiziellen Auftritten, mal mit seinem Saxophon eher privat abgebildet. Immer strahlen er und Königin Sirikit große Würde aus, vermitteln aber auch Omnipräsenz.

Im Krungsri River Hotel vertiefe ich mich in die Geschichte Ayutthayas, das 417 Jahre lang Hauptstadt und Regierungszentrum des thailändischen Königreichs war. Vor der Eroberung durch die Burmesen war Ayutthaya der mächtigste Staat in Südostasien. Durch das hervorragende Management und den diplomatischen Weitblick seiner Herrscher blühte es in der Zeit vom 15. – 18. Jh. zu einem Zentrum internationalen Handels und Diplomatie auf. Die Chronik von Pisit Charoenywongsa berichtet ferner, dass die Stadt an einem Freitag im fünften Monat des Jahres 1350 in den fruchtbaren Reisebenen des Chao Phraya Beckens gegründet wurde. König U-Thong bestieg damals den Thron mit dem Segen von Brahmanischen Priestern, die ihm den Namen Phra Rama Thibodi Si Sunthorn Borom Bopit gaben, worin der Name Rama enthalten ist.

Das Hotel ist sehr komfortabel, wenn auch etwas renovierungsbedürftig, profitiert aber von seinem historischen Charme und besonderes freundlichem Service. Am Abend zieht es uns zum eigenen Flussrestaurant an den Pa Sak. Ein philippinisches Duett erfreut uns mit wunderschöner Gitarrenmusik und Liedern wie Sounds of SilenceThe Ohio und The Boxer in exotischer Atmosphäre.

 


Ayutthaya, 05. Februar 2009

Die in der wundervollen Parkanlage des Bang Pa-In Sommerpalastes gelegenen Königlichen Residenzen, Herrenhäuser und Pavillons sind teilweise in thailändischem aber auch internationalen Stilen erbaut. Aufgrund ihrer architektonischen Schönheit und wegen ihrer historischen Bedeutung gilt das Ensemble als Paradebeispiel für die großartige Baukunst und die Weltoffenheit der thailändischen Künstler.

Ursprünglich war hier, wenige Meilen von Ayutthaya entfernt, nur ein relativ großes Eiland inmitten des Chao Phraya Flusses, wo König Prasart Thong einst geboren wurde. Dorthin zog es ihn auch während seiner Regierungszeit in Ayutthaya (1630-1655). Auch die ihm nachfolgenden Herrscher lebten hier und Palastgebäude breiteten sich über die gesamte Insel aus. Kanäle wurden gebaut, die den leichten Zugang zum Fluss ermöglichten, auf dem man damals reiste. Heute gibt es auch einen eigens für die Königsfamilie gebauten Bahnhof, den wir am Ortseingang schon passiert hatten. Das Geburtshaus von König Prasart Thong wurde später in ein Kloster umgewandelt. Westlich des Tempels wurde ein ausgedehnter Teich angelegt. Der Pavillon Aisawan-dhipaya-asana entstand in der Mitte dieses Teiches, um die Stelle zu markieren, an der der König geboren wurde und später Hof hielt. ‚born there and made king‘, so wollte er es für die Nachwelt festhalten. König Prasart Thong war der uneheliche Sohn von König Ekathotsarot (1605-1610/11), der in seiner Jugend Schiffbruch erlitt und auf dem Eiland von einer jungen Frau gerettet wurde, die er für eine Nacht zu seiner Geliebten machte. Die Chronik beruft sich diesbezüglich auf den Bericht eines zeitgenössischen holländischen Kaufmanns namens Jeremias van Vliet.

 

Withun Thasana Tower

Dieser Turm wurde auf Befehl von König Chulalongkorn im Jahre 1881 gebaut. Er hat drei Stockwerke und ist 30 m hoch. Eine Wendeltreppe führt 112 Stufen hinauf bis zum halbmondförmigen Dach. Ich legte eine Ruhepause auf der 2. Etage ein und genoss den Rundblick.

Withun Thasana Tower war ursprünglich zur Beobachtung der wilden Elefanten gedacht, die damals das Land um den Bang Pa-in Sommer Palast bevölkerten. Man hatte jedoch auch einen unvergleichlich schönen Blick auf die Reisfelder der Umgebung.

 

Ganz begeistert waren wir von dem Bildungshunger der jungen Thai. Hier, wie auch im weiteren Teil unserer Rundreise zu den historischen Stätten, sahen wir viele Gruppen von Schulkindern, von denen wir uns gerne ins Gespräch ziehen ließen.

 

Sunanda Kumariatana, eine Tochter des Königs Mongkut, war die erste Ehefrau des legendären Königs Chulalongkorn Rama V. Die Majestäten hatten eine Tochter mit Namen Karnaborn Bejraratana. Am 31. Mai 1880 ertranken Königin und Prinzessin bei einem Bootsunfall im Bang Phood Sub-district, Pak Kred District, Nonthaburi Province. Die Betreuer mussten tatenlos zusehen, da es verboten war, die Königin und die Prinzessin zu berühren. Chulalongkorn Rama V war über den Tod seiner geliebten Ehefrau und der Prinzessin zutiefst traurig. Ein Jahr nach dem schrecklichen Ereignis wurde die königliche Verbrennungszeremonie vorgenommen und hier ein Marmordenkmal zur Erinnerung aufgestellt. Die Inschrift ist in Thai und Englisch eingemeißelt.

 

Hier ist die Thronhalle Varobhas Bimarn Residential Hall im neoklassischen Stil zu sehen, die ebenfalls König Chulalongkorn Rama V zunächst zweigeschossig erbauen ließ. Nach der Renovierung im Jahre 1885 wurde das Gebäude jedoch auf ein Stockwerk reduziert. Es wird heute noch für königliche Zeremonien genutzt und man darf es nur in angemessener Kleidung betreten. Fotografieren ist streng verboten.

Nid führt uns in die thailändische Küche ein. Es gibt gebratene Bananen (nicht zum letzen Mal). Außerdem werden wir mit Rambutan-Früchten verwöhnt.

 

 

Wat Yai Chai-mongkol liegt im Südosten der Stadt. Die große Stupa ist weithin sichtbar. Das Kloster wurde 1357 A.D. unter König U-thong für die aus Ceylon zurückkehrenden Mönche erbaut, die dort unter Phra Vanarat Maha Tera studiert hatten. Es handelte sich hier um die Pha Kaeo Gruppierung, die sich hauptsächlich mit Meditation beschäftigte. Viele Menschen schlossen sich dieser Gruppe an. Der König verlieh dem Obersten den Titel ‚Somdej Phra Vanarat‘ und ernannte ihn zum Patriarchen zur Rechten. Dieser arbeitete nun Hand in Hand mit Somdej Phra Buddha-kosacharn, einer Gruppierung, die sich hauptsächlich mit dem Studium der Schriften befasste und deren Oberhaupt der Patriarch zur Linken war. Das Kloster, in dem die Patriarchen lebten, wurde ‚Wat Chao Phya-thai‘ (Tempel des Obersten Patriarchen) genannt.

 

 

Im Jahre 1900 B.E. [Zeitrechnung = Buddha Era] gründete König Ramathibodi I (König U-thong) diesen Ubosot [ein Begriff aus der Pali-Sprache. Er bezeichnet das heiligste Gebäude innerhalb einer Tempelanlage] als königlichen Tempel für die Aranyawasi (Gruppierung von Buddhisten/Waldbewohner). Einer Prophezeiung folgend besuchte im Jahre 2092 B.E. König Mahachakrapat (König Thianracha) diesen Ubosot, bevor er den Thron bestieg.

2135 B.E. erhielt König Naresuan der Große den Auftrag zu einer Vergrößerung der Tempelanlage. Heute sind leider nur noch einige Mauerruinen übrig.

2309 B.E. wurde der Ubosot von Eindringlingen zerstört und die Anlage blieb für lange Zeit verlassen, bevor 2500 B.E. wieder ein Tempel aufgebaut wurde und Mönche dort wieder einzogen.

2522 B.E. ließ der Abt Phra Pawanarangsi einen großen Ubosot auf dem noch vorhandenen alten Sockel maßstabsgetreu erbauen, um auf diese Weise die antike Stätte zu erhalten. Der Plan wurde vom ‚Fine Arts Department‘ erstellt.

 

 

 

Ausschnitt aus einem Gemälde zur Erinnerung an den glorreichen Sieg von König Naresuen dem Großen, der im Jahre 1592 A.D. auf dem Rücken eines Elefanten im Alleingang den burmesischen Kronprinzen Minchit Sra (Min Chit Swa) bezwang. Daraufhin beschloss der burmesische König Nanda Bueng seine Truppen vollständig zurückzuziehen.

Um die teilweise nach buddhistischem Kalender genannten Daten verständlich zu machen, hier der Schlüssel zur Zeitrechnung:

Buddha wurde vor 2632 Jahren geboren und lebte 80 Jahre, d.h. bis zum Jahre 2552. Damit beginnt die buddhistische Zeitrechnung, also das Jahr 1, während wir mit Christi Geburt  beginnen. Bezogen auf unser aktuelles Jahr bedeutet das ein Plus der Buddhisten von 543 Jahren.

 

 

Kontaktfreudige Schülerinnen bei der Aufarbeitung der Geschichte ihres Heimatlandes. Hier macht es offensichtlich auch mehr Freude, als im Klassenraum.

Phra Mongkhon Bophit ist eine der größten Bronze-Buddha-Skulpturen in Thailand. Die Skulptur misst an der breitesten Stelle, den gekreuzten Beinen, 9,55 m und ist 12,45 m hoch. Buddha ist in der so genannten ‚Subduing Mara‘ -Position (das Böse abwehrend) dargestellt. Die Skulptur stammt aus der frühen Ayutthaya-Periode (1448 – 1602 A.D.) und wurde zunächst an der Ostseite des alten Palastgeländes positioniert. Während der Regierungszeit von König Song Tham fand sie einen Platz auf der Westseite, wo man zum Schutz einen Pavillon über ihr errichtete. Unter König Phra Chao Sua (Anfang 18. Jh.) wurden der obere Teil des Pavillons und der Kopf Buddhas durch Blitzeinschlag beschädigt. Der Pavillon wurde daraufhin in ein Klostergebäude umgewandelt. Die Hauptrestauration des Phra Mongkhon Bophit fand jedoch 1742-1743 A.D. statt, als König BoromaKote regierte.

Durch den Fall des Ayutthaya-Königreichs wurden Gebäude und Skulptur durch Feuer stark beschädigt. Die komplette Restauration fand erst 1956 statt. Am 23. März 1990 verkündete das Gremium des Obersten Patriarchen in einer feierlichen Kerzenscheinaktion, dass die Skulptur dank einer großzügigen Spende von Königin Sirikit einen Goldüberzug erhalten würde. Die Königin hatte in besonderer Verehrung der Statue die Summe von 70.000 Baht an die Restaurations-Stiftung gespendet. Die Stiftung wiederum ehrte mit der Ausführung dieser Arbeiten die Königin während der Zeremonien zu ihrem 60. Geburtstag.

Quelle: Freie Übersetzung der Gedenktafeln am Eingang des Tempels nach Dokumenten des Departments of Fine Art.

 

Die Steinreliefs rechts und links neben dem Eingang des Tempels erinnern an den Besuch des deutschen Herzogs Johann Albrecht von Mecklenburg-Schwerin und seiner Gattin, die König Chulalongkorn Rama V 1883 besuchten und damit den Grundstein für eine tiefe, dauerhafte Freundschaft zwischen Deutschland und dem thailändischen Königshaus legten. Begleitet wurden die deutschen Ehrengäste hier von Prince Damrong Rajanubhab, einem jüngeren Halbbruder des Königs.

Zu ihnen gehört auch der Wat Phra Si Sanpeth. In den Chedis (anderes Wort für Stupa oder Heiligtum) wurde die Asche der Könige und wichtiger Familienmitglieder aufbewahrt. 1499 wurde eine besondere Halle zur Verehrung erbaut. Ein Jahr später (1500) ordnete König Ramathibodi II die Anfertigung einer 16 m hohen Buddha-Statue an, die mit Gold überzogen wurde. Diese Statue wurde das Hauptobjekt der Verehrung in der königlichen Halle.

Bei der Plünderung von Ayutthaya wurden der Goldüberzug und andere Dekorationsstücke von den Eroberern gestohlen. Während der Regierungszeit von König Rama I (1782-1809 A.D.) wurde der Kern der Statue des Phra Buddha Chao Si Sanpeth zum Wat Phra Cehetuphon nach Bangkok gebracht, wo für ihn eigens ein Heiligtum gebaut wurde. Die entsprechenden Erklärungen verdanke ich nicht nur dem umfassenden Wissen von Nid sondern auch den verfügbaren Unterlagen des Department of Fine Arts.

Wie auf den Fotos zu sehen ist, ging Nid nicht ohne seinen Schirm in die Sonne. Ich hatte zum Glück meinen Strohhut dabei und eine Hand mehr zum Fotografieren.

Als Weltkulturerbe unter dem Schutz der Unesco befinden sich Ayutthayas historische Tempel und die Ruinen des königlichen Palastes im so genannten Geschichtspark der einst so prachtvollen Stadt.

Auszug aus dem Chronicle von Ayutthaya über die Phase des Untergangs der Hauptstadt:

„Am Dienstag, 9. Tag im 5. Monat des zunehmenden Mondes im Jahre des Schweins (1767 A.D.) gegen 4:00h p.m. griffen die Burmesen die Hauptstadt vom hohen Fort des Wat Ka Rong, Wat Mae Nong Pluem an. Dann setzten sie die Mauern unter Feuer. Während die Mauern zusammenbrachen, marschierten sie in die Stadt ein. Sie setzten den Palast in Brand und den Wat Phra Si Sanpeth. Die königliche Familie und die hohen Beamten flohen mit ihren Angehörigen.

Obwohl Ayutthaya vor mehr als 229 Jahren fiel und später Thonburi und Bangkok ihren Platz als Hauptstadt einnahmen, bleibt Ayutthaya im Gedächtnis der Thai sowohl bei der älteren als auch der jungen Generation, denn mehr als 417 Jahre war es ihr Zentrum für Administration, Religion und Business. Immer wieder wurde das Bild von Ayutthaya in Erinnerung gerufen und die verschiedenen Stadien neu betrachtet, um das Verständnis und die Anerkennung der Wichtigkeit dieser alten Hauptstadt zu reflektieren.

Das literarische Werk von Krom Phra Ratchawang Bowon Maha Surasinghanat , in dem er den Krieg mit den Burmesen im Jahre 1793 bewertet, beweist seine Liebe und Sehnsucht nach der glorreichen Zeit Ayutthayas und den Rattanakosin-Perioden. Er beschreibt ein blühendes Ayutthaya, in dem die Menschen Tag und Nacht glücklich lebten.“

(freie Übersetzung aus dem Englischen)

„Si Ayutthaya
Great Thai capital
Once destroyed by an evil enemy
We will defeat and bring to their knees
To return the glory to our love, Ayutthaya.“

Das beliebteste Fotomotiv im Ayutthaya-Geschichtspark:

Es gibt keinen historischen Beweis, wie der Kopf Buddhas in diese Position geraten ist. Folgendes wird vermutet:

Bei der Verteidigung Ayutthayas gegen die eindringende burmesische Armee in 2310 B.E. wurde der Tempel Mahathat in Brand gesetzt und völlig zerstört. Dadurch zerborsten fast alle Kunstwerke und Statuen. Teile fielen zu Boden. Danach war der Tempel über mehr als 100 Jahre verlassen und Bäume überwucherten die Ruinen. Möglich ist auch, dass das Department of Fine Arts im Jahre 2500 B.E. bei Restaurationsarbeiten diesen Buddha-Kopf einfach übersehen hat. Eine andere Vermutung lautet, dass ein Dieb ihn stehlen wollte, jedoch aufgrund des Gewichtes nicht zum Ziel kam oder er wurde frühzeitig überrascht und mußte seine Beute zurücklassen, so dass ein Baum den Buddha-Kopf im Laufe der Jahre vereinnahmen konnte.

„Es heißt, mit den Reichtümern unter den Buddha-Statuen des Wat Mahathat und Wat Phra Si Sanphet könne ein ruiniertes Königreich restauriert werden.“ Quelle: Wikipedia

Wat Mahathat liegt östlich des Grand Palace. Es handelt sich um den königlichen Tempel, der in Ayutthaya während der glorreichen Zeit als größtes Heiligtum galt. In der Mahathat Chedi (Hauptpagode) wurden Buddha-Reliquien aufbewahrt. Das dazugehörige Kloster war damals der Wohnsitz des höchsten Patriarchen. Die Chronik besagt, dass mit dem Bau der Hauptpagode während der Regierungszeit von Phra Borom Rajathirat I (Khun Luang Pha-Ngua) im Jahre 1374 begonnen wurde. Fertig gestellt wurde der Bau jedoch erst unter König Ramesuan.

Während der Regierungszeit von König Song Tham fiel die Hauptpagode zusammen. König Prasart Thong ließ sie wieder aufbauen und restaurieren. Während des letzten Krieges zwischen Ayutthaya und Burma im Jahre AD 1767 wurde das Kloster total zerstört und abgebrannt. Übrig blieben nur Ruinen.

 

 


06.Februar 2009

Auf unserer Fahrt nach Sukhothai erreichten wir Lopburi. Dies ist nicht nur eine Stadt sondern auch eine von 76 Provinzen in der Zentralregion von Thailand. Die Provinzen sind wiederum aufgeteilt in Distrikte, Unterdistrikte und Dörfer.

Lopburi hat sich selbst den Beinamen ‚Affenstadt‘ gegeben, denn ihr Zentrum und das Flussufer wird von mehr als 300 Makaken bevölkert. Für uns hieß das, wir mußten besonders auf Hüte und Mützen Acht geben, denn die Burschen waren super schnell und ließen keine Gelegenheit zum Stibitzen aus.

 

 

Besonders beeindruckt waren wir von den weithin sichtbaren drei Türmen des Phra Prang Sam Yot an der Vichayen Road, ca. 200 m von der Bahnlinie entfernt.

Phra Prang Sam Yot ist das bekannteste Wahrzeichen und gleichzeitig Provinzsymbol. Es handelt sich um einen ehemaligen Hindu-Schrein aus dem 13. Jh. Die drei Türme sind durch einen Korridor miteinander verbunden. Sie bestehen aus Laterit und Sandstein und sind mit klassischen Stuckarbeiten verziert. Man vermutet, dass sie ursprünglich die Hindu-Trimurti (Dreifaltigkeit) darstellten, Brahma, den Schöpfer, Vishnu, den Bewahrer und Shiva, den Zerstörer.

 

Während der Regierungszeit von König Narai (1656-1686) wurde der Schrein in einen buddhistischen Tempel umgewandelt, wobei ein Viharn (Versammlungsstätte) aus Ziegelsteinen im Osten eine große Buddha-Statue im U-Thong-Ayutthaya-Stil beherbergte. Weitere Buddha-Statuen kamen hinzu.

Fest zu Ehren von König Narai dem Großen. Man beachte die Datumsangabe nach buddhistischer sowohl als auch christlicher Zeitrechnung.

 

 

Wir besuchten den Naraj Raja Niwet Palast am Menam Lopburi, der von hohen Mauern umgeben ist. Besonders interessierten wir uns für die Ruinen der Empfangshalle für ausländische Gesandte. Auf einer erhöhten Plattform sitzend empfing König Narai die ausländischen Würdenträger. Auf einer Tafel war zu lesen, dass zwei Treppen zu seinem Thron führten. Die Wände sollen mit prunkvollen Spiegeln bedeckt gewesen sein, die siamesische Delegationen aus Frankreich mitgebracht hatten. Die Decken schmückten kunstvoll vergoldete Dekorationen und Kristalle aus China.

   

Bronzestatue: König Narai der Große

Der französische Gesandte präsentiert König Narai die Botschaft von Ludwig XIV. Der König muss seinen Kopf neigen, um den Brief zu erfassen, was einer großen Beleidigung entspricht. König Narai jedoch hält anschließend das Schriftstück mit beiden Händen über seinen Kopf, um sein Wohlwollen zu demonstrieren.

Blick auf die Empfangshalle Dusitsawan Thanya Mahaprasat Throne Hall, wie vorher beschrieben.

The Chantara Phisan Throne Hall mit einer Ausstellung über König Narai, Bücher, Handschriften, Kunsthandwerk und chinesisches Porzellan.

 

 

Weiter ging es nach nach Phitsanulok. Hier am Fuß der Naresuan Brücke liegt die wichtigste Tempelanlage der Stadt mit Namen Wat Phra Si Rattana Mahathat. Die Einwohner nennen sie kurz Wat Yai, was großer Tempel bedeutet. Der Tempel ist Heimstatt des berühmten Phra Buddha Chinnarat, von dem man sagt, es sei das schönste Abbild von Buddha in ganz Thailand. Es zeigt Buddha in der bekannten Subduing Mudra ‚Das Böse abwehrend‘. Das Kloster wurde 1357 unter König PhraMaha Thamma Racha I (Phraya Lithai) erbaut. Im Jahre 1631 jedoch ließ König Ekatosarot einige seiner Insignien schmelzen. Das gewonnene Gold verteilte er eigenhändig über die Buddha Statue und kreierte damit das schönste Buddha-Abbild.

Bevor wir den Tempel erreichten, schlenderten wir über den ausgedehnten Markt. Die angebotenen Köstlichkeiten waren uns bis auf die Erdbeeren jedoch sehr suspekt.

 

 

Gegen Abend erreichten wir Sukhothai, die erste Hauptstadt von Thailand, gegründet im Jahr 1238 von König Sri Intra Tid. Die Ruinen des königlichen Palastes, viele Tempel, Mauern, Teiche, Kanäle usw. sind durch das Department of Fine Arts in Zusammenarbeit mit der UNESCO wohl konserviert und restauriert worden und lassen die Magie des ehemaligen spirituellen Zentrums wieder aufleben. Die hereinbrechende Dämmerung verstärkt den fast dramatischen Eindruck.

 

 

„Machtkampf in Sukhothai“

In der ersten Hälfte des 13. Jh, wahrscheinlich um das Jahr 1240, verband sich ein siamesischer Hauptmann, später als König Intra Tid bekannt, mit diversen anderen Kampftruppen, bezwang so die Übermacht der Khmer in Sukhothai und gründete ein unabhängiges siamesisches Königreich mit gleichem Namen. Unter den ersten beiden Herrschern blieb Sukhothai klein. Es vergrößerte sich jedoch dramatisch unter der Herrschaft von König Ramkamhaeng und weitete seine direkte bzw. indirekte Macht über fast das gesamte Thailand aus, wie es sich heute auf der Landkarte darstellt.

Dies geschah nicht nur durch militärischen Druck sondern auch durch strategische Bündnisse.

König Ramkamhaeng wird außerdem gewürdigt für die Einführung des Thai-Alphabets (1283) sowie des patriarchalischen Systems der Monarchie, das bis zum heutigen Tag als ideal angesehen wird.

Neben seiner politischen Errungenschaften ist Sukhothai besonders berühmt für seine superbe buddhistische Kunst und Architektur, die eine unverwechselbare Charakteristik aufweist und von der man sagt, dass sie die Beste in Thailand ist. Bemerkenswert sind auch die wundervollen Keramiken, die zunächst in Sukhothai und später in Sri Satchenalay hergestellt wurden.

Der Zerfall des Königreichs Sukhothai begann bald nach dem Tod von König Ramkamhaeng und bis zum Jahr 1320 wurde es wieder zu einem kleinen Königreich mit wenig regionaler Bedeutung. Nach 1378 war es nur noch ein Vasallenstaat von Ayutthaya.“

[Quelle: Thailand, a traveller’s companion by Archipelago Guides, freie Übersetzung]

Sukhothai – in der Pali-Sprache bedeutet das: 
Morgendämmerung des Glücks

Wat Mahathat

 

Zu der Sukhothai Kunst des 13. – 15. Jh aus Nord- und Zentral-Thailand hier noch einige Differenzierungen:

„Der Wat Takuan Stil ist der früheste Sukhothai-Stil in der buddhistischen Kunst und wurde beeinflusst von Chiang Saen, Khmer- und Lankan-Stilrichtungen. Der Nakhorn Luang oder Muad Yai Stil gilt als Haupt- bzw. Königliche Gruppe und stellt damit die reinste Form des Sukhothai dar.

Der Kampaenghet-Stil unterscheidet sich durch schärfere Konturen und menschlicheren Ausdruck.

Bei dem Phitsanulok-Stil handelt es sich um Sukhothai mit Einflüssen von frühem Ayutthaya- und Lanna-Stilarten.

[Quelle: LAO BUDDHA, The Image and its History by Somkiart Lopetcharat]

 

 

Im letzten Licht der Abendsonne fotografierten wir die drei Türme des Wat Si Sawai, der etwas abseits im Geschichtspark gelegen ist. Sofort erinnerte er uns an das Wahrzeichen von Lopburi, den Phra Prang Sam Yot. Unverkennbar ist der Khmer-Bayon-Stil.

 

Diesen ereignisreichen Tag inklusive einer langen Autofahrt hätten wir ohne die liebevolle Betreuung von Nid wohl kaum so gut überstanden. Nid hatte es sich zum Ziel gemacht, uns nicht nur über die Geschichte, Kunst und Kultur seines Landes zu unterrichten, sondern uns auch mit den köstlichen Früchten Thailands vertraut zu machen. Diese wurden von ihm nicht nur gekauft sondern auch geschält, in mundgerechte Stücke zerteilt und an uns hungrige Gäste weitergereicht. Das war einfach himmlisch!

 

 

 

  • Die Mangostane, mit süß-scharfem Geschmack und weißem, saftigen Fruchtfleisch, gilt als die Königin der Früchte.
  • Pomelo, süß und nur ein wenig herb. Die besten dieser Zitrusfrüchte stammen aus der Zentralregion.
  • Rambutan sind süß und saftig und lösen sich leicht vom Stein (wenn man die Schale erst los geworden ist).
  • Longan gilt als besonderer Muntermacher. Wenn wir diese selbst schälen mußten, machte uns das eher kribbelig, aber vielleicht ist das der Kick.
  • Mango, in nie gekanntem Aroma. Wir dachten, dass wir diese Frucht zur Genüge kannten, doch die hier gebotenen Exemplare waren einfach zum Niederknien.
  • Tamarinden, sehr süß-sauer und durstlöschend. Von mir besonders geliebt, weil sie sich wie Erdnüsse leicht aufbewahren und öffnen ließen.
  • Ananas, siehe Kommentar ‚Mango‘.

 

Die Nacht verbrachten wir im Thara Buri Resort in Sukhothai, einem kleinen aber feinen Boutique-Hotel. Hier gab es den besten Kaffee, den ich bisher auf dieser Reise getrunken hatte.

 


07. Februar 2009

Unser nächstes Ziel war ein weiterer Geschichtspark, der Sri Satchanalai Historical Park. Am Wegesrand entdeckte Nid einen Familienbetrieb. Man war gerade mit der Herstellung von Zucker bzw. Karamel beschäftigt. Das mußten wir uns genauer anschauen und fanden es höchst interessant. Die Chefin schlief noch in der Hängematte, wurde aber hellwach, als wir ihr einen kleinen Obolus zusteckten.

 

Zum Schluss bekam jeder von uns einige Karamelstückchen zum Probieren.

 

Dieser neue Tempel stand nicht auf unserem Besichtigungsprogramm. Doch der goldene Buddha glänzte so schön in der Morgensonne. Ich fand es auch wichtig, eine neuzeitliche Variante als Kontrast den historischen Stätten gegenüber zu stellen.

 

 

 

Genau wie Sukhothai gehört auch die Vasallenstadt Sri Satchanalai zum Weltkulturerbe. Der Geschichtspark liegt am Fluss Yom in Tambol Muang Kao. Zunächst besuchten wir den Wat Chang Lom. Die Stupa im sri-lankanischen Stil wird gestützt von 39 Elefanten-Pfeilern. Im oberen Bereich befinden sich rundherum Nischen mit Buddha-Statuen. In der Stupa sind Reliquien Buddhas bestattet.

Sri Satchanalai liegt nur 55 km von Sukhothai entfernt. Aufgrund von frühen Steininschriften und lokalen Chroniken weiß man, dass Sri Satchanalai ausschließlich vom Kronprinzen des Sukhothai-Königreiches regiert wurde.

 

In südlicher Richtung gegenüber dem Wat Chang Lom befindet sich der Wat Chedi Chet Thaew. Das wichtigste Gebäude dieser Tempelanlage ist die Hauptstupa mit einer zur Lotosknospe geformten Turmspitze und 33 weitere Chedis, in denen sich die Asche der königlichen Familie befinden soll. Die Chedis sind verziert mit Stuckdekorationen und Statuen, die die Stilrichtungen der Königreiche Sri Lanka, Burma, Khmer und Lanna reflektieren und von hoher Kunstfertigkeit der einheimischen Bildhauer zeugen . Wenn man alle Monumente sorgfältig studiert, hat man die gesamte Sukhothai-Schule kennen gelernt.

Etwa 18 km südwestlich der Stadt Lampang liegt der Wat Phra That Lampang Luang auf einer Anhöhe an der Hauptstraße. Er ist von einer Mauer umgeben und gilt als Paradebeispiel für Lanna- Architektur. Schon als wir auf ihn zugingen, waren wir beeindruckt von der Naga-Treppe, die zu dem monumentalen Hauptportal führt. Die Vielzahl wunderschöner Verzierungen und Wandreliefs sowie die Skulpturen ließen uns staunen. Der Haupttempel war – wie in der Lanna-Architektur üblich – als offene Halle konzipiert, trägt aber inzwischen ein tief herunter gezogenes Dach. Im Bereich der Schräge sind noch recht gut erhaltene Wandgemälde sichtbar. Im hinteren Teil befindet sich in einem vergoldeten tabernakel-ähnlichen Gebilde die Bronze-Statue des Phra Chao Lan Thong aus dem Jahre 1563. Zahlreiche Gläubige sind gekommen, die mit großer Andacht beten. Sie opfern Blumen, Kerzen und Räucherstäbchen. Hier wird sogar Nid sehr andächtig. Auf meine diesbezügliche Frage antwortet er, dass dieser Tempel im Jahr des Ochsen errichtet wurde. Er selbst sei auch im Jahr des Ochsen geboren und spüre hier die besondere Verbundenheit.

 

Hier gab es tatsächlich einen weiteren ‚Smaragd-Buddha‘, dessen Geschichte ich später noch erzählen werde.

Stupa mit vergoldetem Aufbau, die eine Buddha-Reliquie enthält.

 

 

Wir durchquerten einen kleinen Eingang in der südlichen Mauer und gelangten zu einer Reihe von Bodhibäumen, die von geschnitzten, bemalten und mit Bändern verzierten Pfählen gestützt wurden. Nid erklärte, dass es sich um Stiftungen von Gläubigen handelt, die sich dadurch einen ‚Halt‘ für ihr Alter von Buddha erhoffen; also eine Altersvorsorge auf buddhistisch.

 

 

Hier wurden wir gleich zweimal fündig. Auf der nun folgenden Seite ist die 1. Geschichte in Kurzform auf einer Tafel erzählt. Im Jahre 1436 befahl König Sam Fang Kaen von Chiang Mai (8. König der Mengrai-Dynastie von Lanna) eine Prozession zur Überführung des Phra Keo von Chiang Rai in die Stadt Chiang Mai. Der Elefant, auf dem das Idol platziert war, rannte jedoch unerwarteter weise in Richtung Lampang und ließ sich davon auch nicht abbringen. Im Endeffekt gab der König nach und die Statue wurde 32 Jahre lang im Wat Phra Kaeo Don Tao aufbewahrt, bevor sie dann doch nach Chiang Mai gebracht wurde.

Geschichte Nummer 2 handelt von einer Dame mit Namen Chao Mae Shuchada. Sie wollte einen Tempel aufsuchen und hielt Ausschau nach einer Opfergabe. Da sah sie eine große Wassermelone, die sie kaufte und dem Mönch im Tempel übergab. Der Mönch zerteilte diese in zwei Hälften und entdeckte einen grünen Stein (ebenfalls Nephrit-Jade). Daraus schnitzte er eine Buddha-Figur, die seitdem im Wat Phra Kaeo Don Tao aufbewahrt wird.

Der Wat Phra Kaeo Don Tao, in burmesischem Stil erbaut, war für uns ein weiterer Meilenstein auf den Spuren des Smaragd Buddha.

Unser wunderschönes Hotel in Chiang Rai: The Legend